En allemand.
Nach der viel beachteten, enorm erfolgreichen Produktion von „Rico, Oskar und die Tieferschatten (2013: 14.000 Zuschauer bei 30 Aufführungen in Berlin / 2014: 29 Tournee-Gastspiele in 15 deutschen Städten) steht mit „Das doppelte Lottchen“ die nächste Adaption einer großen Literaturvorlage auf dem ATZE Programm. Generationen von Kindern (darunter viele heutige Eltern) haben den Kästner-Roman nicht nur wegen des spannenden Inhalts sondern auch wegen Kästners faszinierendem Einfühlungsvermögen in die Psyche seiner jungen Hauptfiguren ins Herz geschlossen.
Die Ausgangslage ist bestens bekannt: Zwei kleine Mädchen, die nichts voneinander wussten, stehen sich plötzlich in einer Ferienfreizeit gegenüber und müssen feststellen, dass sie sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Luise Palfy aus Wien hat zwar lange Locken und Lotte Körner aus München zwei streng geflochtene Zöpfe - das ist aber auch der einzige Unterschied. Die beiden Mädchen beschließen, dem Geheimnis ihrer Ähnlichkeit auf den Grund zu gehen. Als sie darüber Klarheit haben, fassen sie einen verrückten Plan: Luise fährt als Lotte nach München zurück und Lotte als Luise nach Wien. Der Kästner-Klassiker gilt heute mit seiner Patchwork-Thematik als besonders aktuell. Die Premierenproduktion des ATZE Musiktheaters nimmt diesen zeitgemäßen Aspekt mit auf, konzentriert sich aber besonders auf die individuelle Persönlichkeitsfindung (wer bin ich? wer kann/will ich sein?) und den Mut der beiden „Lottchen“. Diese laden sich eine große Last auf, als sie beschließen, ihr jeweiliges Zuhause mit allen lieb gewordenen Gewohnheiten zu tauschen, um den jeweils anderen Elternteil kennen zu lernen. Die vordergründig coolen Mädchen entwickeln sich zu echten Heldinnen, die trotz ihrer Ängste und ihrem schlechten Gewissen ein verzwicktes Unterfangen bis zum glücklichen Ende verfolgen. Mit den Kompositionen und dem chorischen Konzept von Theaterleiter Thomas Sutter, der musikalischen Leitung von Sinem Altan sowie drei Improvisationskünstlern an Klavier, Cello und Gitarre entsteht eine moderne Ästhetik, die von der jungen Regisseurin Göksen Güntel frisch, frech und kreativ präsentiert wird.
